DVD-Recorder haben die lange von den Videorecordern
gehaltene Vormachtstellung bei der Bildaufzeichnung schnell gestürmt. Nun hat
die koreanische Firma Humax ein Modell mit integriertem DVB-T-Receiver auf den
Markt gebracht. RADIO-SCANNER hat das Gerät getestet und sich gefragt, ob und
für wen sich die nicht gerade günstige Anschaffung lohnt.
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Das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T - Bericht in
RADIO-SCANNER 2/2004) besticht durch seine ausgezeichnete Bildqualität. Was läge
also näher, als diese digitalen Daten verlustfrei auf einer Festplatte
aufzuzeichnen? Das dachten sich wohl auch die Marketing-Manager der Firma Humax
und ließen den PVR-8100T entwickeln.
Das Gerät besteht aus einem normalen DVB-T-Receiver, der
um eine 40-GB-Festplatte erweitert worden ist. Der Clou des Gerätes ist das
Time Shifting. Das bedeutet: Die laufende Sendung wird automatisch (und nicht
abstellbar) temporär auf der Festplatte aufgezeichnet. Schellt jemand an der Tür,
drückt man einfach die Pausetaste, bedient den Postboten oder sonst wen und
schaut anschließend weiter, ohne etwas verpasst zu haben. Den Zeitversatz kann
man sich auf einer Zeitleiste in Minuten und Sekunden anzeigen lassen.
Bei der nächsten Werbeunterbrechung reicht ein Knopfdruck
und man ist wieder „live“ dabei. Eine äußerst nützliche Sache, die natürlich
mit zusätzlichem Stromverbrauch durch die ständig mitlaufende Festplatte
erkauft werden muss. An die längeren Umschaltzeiten und den etwa sieben
Sekunden dauernden Initialisierungsprozess der Festplatte nach jedem Einschalten
des Gerätes muss der Anwender sich auch erst gewöhnen.
Ehe das Gerät betriebsbereit ist, bedarf es einiger
Einstellungen wie der aktuellen Zeit. Dabei muss der Anwender zunächst den
GMT-Ausgleich wählen, was sicher manchen überfordern dürfte. In diesem Menü
tauchen die Worte „Nuku` alofa“ auf. Aus welcher Sprache das auch immer
stammen mag, es wurde wohl von den Programmierern übersehen. Ist der richtige
GMT-Ausgleich gewählt, stellt sich die Uhr nach einiger Zeit automatisch auf
die richtige Zeit ein. Allerdings ist die Zeitanzeige sehr hell und lässt sich
leider nicht dimmen.
Ansonsten erklären sich die meisten Einstellungen in den
sehr übersichtlichen und logisch aufgebauten Menüs von selbst, so dass man nur
selten zum durchweg sehr guten Handbuch greifen muss. Lediglich der Hinweis auf
einzubauende Festplatten verwirrt ein bisschen, da man sich fragt: „Ist da
nicht eine Platte schon serienmäßig drin.“ Aber die meldet sich dann ja
gleich beim Einschalten und beseitigt jegliche Zweifel.
Auch der Hinweis auf Radio-Programme ist überflüssig, da
es bei DVB-T in Deutschland gar keine Radiokanäle gibt, um nicht dem
Digitalradio-Standard DAB Konkurrenz zu machen. Und die abgebildeten
Tastensymbole sind so klein, dass man sie kaum identifizieren kann.
Die automatisch gefundenen Sender lassen sich
umorganisieren, also in die gewünschte Reihenfolge bringen und in Gruppen
anordnen. Das erfordert einige Tastenakrobatik, muss aber in der Regel nur
einmal erledigt werden. Jeder Kanal kann durch Passwort gesperrt werden. Sogar
die Zeiten, in denen sich das Gerät nutzen lässt, ist programmierbar.
Kinderschutz wird also bei Humax groß geschrieben!
Die Aufnahme wird ähnlich wie bei einem Videorecorder
gehandhabt, entweder manuell oder per Timer gestartet. Das Programmieren geht am
einfachsten, indem man sich im (derzeit erst von wenigen Sendern genutzten)
elektronischen Programmführer (EPG) die (maximal 20) aufzunehmenden Sendungen
vormerken lässt. Aufnahmehilfen wie Show Viev oder VPS gibt es bei DVB-T nicht.
Wählt man „manuelle Aufnahme“, wird automatisch die aktuelle Zeit als
Startzeit und die Zeit eine Stunde weiter als Abschaltzeit vorgeben, was sich
natürlich leicht ändern lässt. Das Verfahren ist äußerst praktisch, wenn
man in die Heia will und den Rest etwa des Krimis oder der Talkschau aufzeichnen
möchte.
Wir haben im Test einen 90minütigen Film aufgezeichnet,
der vier Mal durch Werbung unterbrochen wurde. Die daraus resultierenden fünf
Einzelaufnahmen tauchen in der Liste auf und müssen nun einzeln abgespielt
werden. Eine Programmierung der Abspielfolge ist nicht vorgesehen. Ob der
Recorder aufnimmt, lässt sich an der roten LED erkennen.
Wie viel freier Platz noch auf der Festplatte vorhanden
ist, ist jedoch nicht auf Anhieb ersichtlich. Hier wäre eine Anzeige direkt am
Gerätedisplay sinnvoll. Oder die Einblendung einer rückwärts zählenden
Kapazitätsanzeige. Stattdessen muss man erst ins Menü
„Festplattensteuerung“ wechseln, wo man dann jedoch umfassend über den
Festplattenstatus informiert wird.
Pro Aufnahmestunde werden übrigens bis zu 3 GB
Speicherplatz benötigt.
Die serienmäßige 40-GB-Festplatte kann durch geeignete
Modelle mit höherer Kapazität ersetzt werden. Die Fernbedienung lässt sich
nach Eingabe eines dreistelligen Codes auch für das angeschlossene Fernsehgerät
verwendet werden. Eine Tabelle im Handbuch hilft dabei, die richtige Kombination
zu finden. Der Code kann dabei auch leicht durch „Versuch und Irrtum“
ermittelt werden, wenn hinter einem Hersteller gleich mehrere Codes verzeichnet
sind.
Allerdings ist nicht ersichtlich, ob gerade das TV-Gerät
oder der Receiver von der Fernbedienung angesteuert wird. Ein Schiebeschalter
mit den Stellungen TV und REC wäre hier sinnvoller als zwei (sinnvoll nur während
der Code-Ermittlung) hintergrundbeleuchtete Tasten.
Sinnvoll ist das Suchen nach einer Sendung. Im Menü FINDEN
gibt man per Cursor-Steuerung auf einer visuellen alphanumerischen Tastatur z.B.
TAGESSCHAU ein, schon werden alle Tagesschau-Sendungen des Tages auf den
verschiedenen Kanälen angezeigt. Läuft eine gerade aktuell, wird sie optisch
markiert.
Die Software lässt sich über einen speziellen DVB-T-Kanal
aktualisieren oder übers Internet. Dazu muss der Recorder jedoch über ein
Kabel vom Typ RS232C, das leider nicht zum Lieferumfang gehört, mit dem
Internet-PC verbunden werden.
Einbau und Bedienung des Gerätes verursachen keine größeren Probleme. Wen das leise Surren der mitlaufenden Festplatte und der höhere Stromverbrauch nicht stören, dürfte zunächst mit diesem Recorder sehr zufrieden sein. Doch spätestens dann, wenn man einen aufgenommenen Film schneiden - sprich: die Werbung eliminieren will -, um ihn anschließend auf DVD zu brennen, wünscht man sich eine Schnittstelle, über die die Daten digital an einen PC übertragen werden können, etwa Firewire oder USB 2. Der Recorder selbst bietet ja weder eine Schnittfunktion noch einen Brenner. Wer also dieses „Mehr“ möchte, sollte gleich zu einem natürlich erheblich teureren Festplattenrecorder mit den entsprechenden Fähigkeiten greifen. Aber den gibt es zur Zeit mit integriertem DVB-T-Receiver noch nicht.
Autor: Dieter Hurcks (27.7.2004)
Typ: DVB-T-Receiver + Festplattenrecorder PVR-8100T
Preis (EVP): 349 Euro (Juli 2004)
- PVR (Persönlicher Videorekorder)
- Digitaler Terrestrische Receiver
Infos: www.humaxdigital.de
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Personal Video Recorder mit DVB-T Receiver kombiniert
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40 GB Festplatte integriert
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hochwertige Tunertechnologie decodiert auch schwächere Signale stabil
Oberursel/Taunus, 12. Juli 2004 – Endlich können auch Antennennutzer die Vorteile des Digitalfernsehens komplett nutzen.
HUMAX präsentiert mit dem
PVR-8100T einen Festplattenreceiver für den digitalen Antennenempfang (DVB-T).
Der Personal Video Recorder des Digitalspezialisten macht DVB-T zu einer
wertvollen Ergänzung des Kabel- oder Satellitenempfangs. Als einer der ersten
Hersteller bringt HUMAX einen terrestrischen Festplattenreceiver auf den Markt.
Der PVR-8100T richtet sich an Nutzer des digitalen Antennenfernsehens, die auch
für diesen Empfangsweg technisch anspruchsvolle Lösungen erwarten.
„Digitales Antennenfernsehen ist für HUMAX
ein wichtiges Thema. Wie auch beim Satelliten- und Kabelempfang wollen wir für
jeden Nutzer eine umfangreiche Receiverpalette bieten. Sei es nun das
familienfreundliche, preiswerte Einsteigergerät oder der technisch hochwertige
Kombireceiver, der Festplattenarchiv und Digitaldecoder vereint. Mit dem PVR-
8100T zeigt HUMAX, dass auch DVB-T die Ansprüche des Filmsammlers und
Heimkinofreundes voll und ganz erfüllt“, so Franz Simais, Geschäftsführer
der HUMAX Digital GmbH.
Die Bedienführung des Personal Video
Recorders von HUMAX lehnt sich an den klassischen Videorekorder an. Wie bei der
gewohnten Analogtechnik, kann auch beim PVR-8100T das Aufgezeichnete vor- und
zurückgespult oder in verschiedenen Zeitrafferfunktionen gesehen werden. Diese
Aufzeichnungstechnik ist kombiniert mit einer hochempfindlichen Tunertechnologie
für den digitalen Antennenempfang. Selbst bei schwächeren Signalen decodiert
der Festplattenreceiver von HUMAX die Daten noch stabil und sichert somit den
erstklassigen Empfang.
Software-Updates erreichen den Digitalreceiver
jederzeit über die RS 232 Schnittstelle. Darüber hinaus ist der
HUMAX-Festplattendecoder für OTA nach dem aktuellen „enhanced Profile“
vorbereitet. Auch sonst ist der PVR 8100 T reichhaltig mit Anschlüssen
ausgestattet: endlich erleben auch Antennennutzer den vollen Dolby Digital
Kinosound über den optischen Digitalausgang. An die zwei Scartanschlüsse können
sowohl ein TV-Gerät als auch ein weiterer Videorekorder oder DVD-Player
angeschlossen werden.
Über den graphisch ausgefeilten EPG ist der
Timer programmierbar. In fünf Favoritenlisten lassen sich die Lieblingskanäle
jedes Familienmitgliedes sortieren und die Menüführung des Digitalreceivers
ist intuitiv. Dank der automatischen Installationshilfe ist auch das Anschließen
des terrestrischen Festplattenreceivers für Digitalfernseh-Neulinge einfach möglich.
Mit der programmierbaren Fernbedienung lassen sich zudem sowohl das Fernsehgerät
als auch weitere Geräte bedienen, so dass der Stapel verschiedener
Fernbedienungen endlich vom Couchtisch geräumt werden kann.
Der PVR-8100 T ist ab sofort im Handel erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 349,00 Euro.