Erfahrungsbericht

ELTA 3562 – PLL Miniaturweltempfänger

mit Frequenzdirekteingabe für knapp 20 Euro

  Klaus Fuchs berichtet über seine Erfahrungen.

Was ich da bei Reichelt-Elektronik durch Zufall auf deren Internetseite fand, konnte ich nicht glauben und musste daher sofort bestellt werden. Ein kleiner Weltempfänger mit PLL-Tuner für 18,60 Euro mit direkter Frequenzeingabe und fast durchgehendem Empfangsbereich des Kurzwellenteils hatte ich bis dato noch nicht gesehen. Im schlimmsten Fall, sollte das Teil nichts taugen, könnte ich es ja auch wieder zurückgeben war meine spontane Überlegung...

Innerhalb von 2 Tagen nach tel. Bestellung traf das Gerät dann ein und konnte den ersten Tests unterzogen werden. Zum Lieferumfang gehört eine Schutztasche, Kopfhörer und Kurzanleitung mit einer 24monatigen Garantie.

Nach Einlegen von drei Mignonakkus konnte es dann losgehen.

Empfangsversuche auf der Mittelwelle verliefen recht erfreulich da sich sogar der RTL-Sender auf

1.440 kHz vom 18 kHz tiefer liegenden Deutschlandradio sauber trennen ließ. Alle „Ortssender“ waren problemlos und recht rauschfrei zu empfangen. Entferntere Stationen die auf meinem Ver-gleichsempfänger Panasonic RFB-45 noch mit guten Signalen hörbar waren konnte der ELTA erwartungsgemäß dann nicht mehr empfangen.

Das Kurzwellenteil ist in 2 Bänder aufgeteilt und beginnt bei 2.300 kHz und endet bei 26.100 kHz.

Lediglich ein Bereich zwischen 7.800 und 9.100 kHz ist nicht empfangbar.

Den obligatorischen Trennschärfetest zwischen der Deutschen Welle auf 6.075 kHz und dem Bayerischen Rundfunk auf 6.085 kHz wurde wie zu erwarten mit Einschränkungen bestanden. Die Filterbandbreiten für die AM-Bereiche (Mittel- Lang- und Kurzwelle) liegen bei diesen billigen Chipempfängern bei 10–15 kHz.  Für Lang- und Mittelwellenempfang ist dies noch vertretbar, aber im Kurzwellenbereich beträgt der Kanalabstand nicht 9 sondern nur noch 5 kHz. Die Techniker von ELTA wählten wahrscheinlich auch aus diesem Grund eine etwas geringere Empfindlichkeit in diesem Bereich was zu erfreulich wenigen Übersteuerungen und Störungen führt. Auch starke Stationen wie die BBC auf 6.195 kHz stopften selbst am Abend nicht das kpl. Band zu. Bereits auf 6.215 kHz war von der BBC nichts mehr zu hören. Selbst die schwache Piratenstation „Laser Hot Hits“ die 24 Stunden auf der 6.220 kHz sendet konnte neben dem starken BBC-Sender auf 6.195 kHz schwach empfangen werden. Dies ist sehr beachtlich für diese Preisklasse. Außerhalb der Rundfunkbänder traten allerdings erhebliche Störungen durch das „Einfachsuperempfangsprinzip“ auf. Alle 900 kHz (2xZF von 450 kHz) folgen nochmals alle empfangenen Signale. So können Sie z.B. den Südwestrundfunk der nominell auf 6.030 kHz sendet auch auf der 5.130 kHz mit etwas schwächerem Signal nochmals empfangen...

Dies ist aber kein Fehler des ELTA sondern ist im Empfangsprinzip (Einfachsuper) begründet.

Auf den höheren Frequenzen nimmt die Empfindlichkeit  allerdings etwas ab.  Dies gilt allerdings auch teilweise für hochpreisigere Geräte wie z.B. einen Sony ICF-SW 7600 oder 2001-D...

  Elta-Innenleben

Kommen wir zum Schluss noch zum UKW-Teil des ELTA. Dieses ist in Mono ausgeführt und auf ein starres Raster von lediglich 100 kHz eingestellt. Die Empfindlichkeit reicht aus um die stärkeren „Ortssender“ sauber zu empfangen. Den Trennschärfentest zwischen Radio Salü auf 101,7 und Big FM auf 101,90 MHz wurde nicht bestanden. Erst auf 101,1 MHz war der SWR-3 zu empfangen. Das verbaute UKW-Filter trennt leider erst Stationen mit einem Abstand von ca. 300 bis 400 kHz je nach Feldstärke.

 

Technische Daten:

 

Abschließende Beurteilung: Im direkten Vergleich mit einem Grundig Yachtboy 208 / Intersound 112 (Analoger kleiner Weltempfänger um die 40 Euro) sind die Empfangsleistungen auf Mittel- und Kurzwelle recht ähnlich wobei der Grundig/Intersound geringfügig empfindlicher und trennschärfer ist. Zusätzlich bietet der Grundig/Intersound noch das Langwellenband und ein besseres UKW-Teil.

Grundig Yachtboy zum Vergleich 

Der ELTA punktet vor allem durch seine Ausstattung wie PLL-Tuner, digitale Frequenzanzeige mit Frequenzdirekteingabe via 10er Tastatur. 40 Festsender lassen sich speichern und ein Wecker/Sleeptimer mit Beleuchtung ist ebenfalls vorhanden und dies alles in einem kompakten Gehäuse für unter 20 Euro.

Schlecht an dem ELTA sind die zu breiten Filter und die Verarbeitungsqualität. Irgendwo musste gespart werden. Ich denke aber das ist der richtige Einstiegsempfänger für alle die eine direkte Frequenzeingabe bevorzugen...

Klaus Fuchs im Juli 2004

 

Bezug über: www.reichelt.de, Tel. 04422-955333, Bestellnummer: ELTA 3562, Preis 18,60 Euro

 

  Reichelt-Werbung für den ELTA 3562

 

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