Erfahrungsbericht
- neu: Anleitung zum Firmware-Update (siehe unten)
LVW-5045 -
Multinorm DVD Rekorder mit 160 GB Festplatte von Liteon für 444 Euro
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Nach vielen Jahren analogen Aufzeichnens (beginnend mit U-Matic, Betamax, Video 2000, VHS und zuletzt Super VHS) und dem Ableben (def. Netzteil) meines aktuellen AKAI Videorekorders stellte sich die Frage nach einem mindestens gleichwertigen Nachfolger.
Ein reiner DVD-Rekorder ist mit seiner Aufnahmedauer auf knapp 2 Stunden in brauchbarer Qualität begrenzt. Ein Festplattenrekorder gibt das aufgezeichnete Videomaterial lediglich an ein TV-Gerät aus. Die Daten lassen sich nicht (Ausnahme: z.B. Dreambox) auf ein anderes Medium (PC oder DVD) ausspielen/sichern. Mal eben den aufgezeichneten „ARD-Tatort“ zum Nachbarn mitnehmen geht leider nicht ohne gleich das Gerät mitzuschleppen.
Da kam mir das aktuelle Angebot eines großen Discounters gerade recht. Für 444 Euro wurde ein Kombigerät mit Festplatte und integriertem DVD-Rekorder (Foto 1) angeboten. Viel kann man für diesen Preis nicht erwarten, dies war mir von vornherein natürlich klar. Ein Marken Festplattenrekorder oder DVD-Rekorder von Philips, JVC, Sony oder Panasonic kostet in vernünftiger Qualität schon mindestens das Gleiche, wenn nicht mehr. Kombigeräte wie der Liteon sind noch ein gutes Stück teurer…
Der Liteon LVW-5045 ist wohl primär für den VHF/UHF bzw. Kabelempfang ausgelegt. Der Tuner erscheint mir allerdings nicht sehr empfangsstark zu sein. In Ermangelung eines Kabel-anschlusses konnte ich dies nicht Näher testen. Zum Anschluss externer Geräte wie einem Satellitenreceiver steht lediglich eine (1) Scartbuchse zur Verfügung. Nur über diese Buchse wird ein Signal auf den Fernseher auch bei ausgeschaltetem Rekorder durchgeschleift. Auf der Frontseite befindet sich ein 2ter AV-Eingang zum Anschluss einer analogen Videokamera in Cynchform und einer digitalen (DV) Kamera via Firewire.
Ausgabe des Videosignals ist über Scart, Composite oder Componentenausgang möglich.
Das Tonsignal wird analog über Cynch oder digital via Coaxial und Optisch in Dolby Digital bereitgestellt.
Das Design des Liteon erinnert an die frühen 90er Jahre mit seinen wenigen Tasten auf der Frontseite. Lediglich 7 Grundfunktionen wie Ein/Aus, Aufnahme, Play, Stopp, HDD/DVD, Programmquelle und CD-Auswurf lassen sich direkt schalten. Zum direkten Aufnehmen eines gerade am Monitor laufenden Sendung reicht dies natürlich aus.
Im Videoaufnahmemodus stehen 5 Qualitäten in MPEG 2/1 zur Verfügung. Damit ergeben sich im DVD-Modus Spielzeiten zwischen 1 und max. 6 Stunden und die 160 GB Festplatte speichert dabei zwischen 30 und knapp 200 Stunden. Lediglich in den beiden besten Qualitätsstufen HQ und SP ist die Bildqualität mit 720 x 576 Pixeln mit gut bis sehrgut zu bezeichnen. Hier kann im reinen Sichtbetrieb (also ohne Messtechnik) kein Unterschied zu den Markengeräten festgestellt werden. Im Longplaymodus (352 x 576) liegt die Qualität bereits unter der eines 50 Euro VHS-Gerätes aus dem Baumarkt und fällt im EP und SLP-Modus (352 x 288) rapide ab. Die beiden letztgenannten Qualitätsstufen eignen sich lediglich noch für Archivierungszwecke von Nachrichten / Radioaufzeichnungen oder ähnlichem…
Kombilaufwerk
Das DVD-Laufwerk ist als Kombilaufwerk ausgelegt und beschreibt sowohl DVD R +/- als auch DVD RW +/- sowie normale CDs im VCD/SVCD-Modus. Audio, WMA, MP3 CDs und JPEG/BMP-Dateien lassen sich im gewissen Rahmen ebenfalls abspielen.
DVD RAM ist nicht möglich. Die erzeugten DVD´s laufen zwar auf fast allen Standalone-playern werden allerdings nicht vom aktuellen Windowsmediaplayer (Computer) unterstützt. Andere Softwareplayer wie der bekannte Zoomplayer starten den Clip, frieren aber beim Versuch vorzuspulen ein. Ich würde sagen, so ganz Normkonform sind die erzeugten Dateien dann doch nicht.
Die Laufwerksgeräusche der DVD-Sektion sind allerdings indiskutabel, da die DVD für die ersten 45 Minuten mit max. Drehzahl arbeitet. Im PC-Bereich würde die sog. CD/DVD-Bremse installiert um das Laufwerk ruhig zu stellen. Somit fällt dieses Laufwerk als Haupt-speichermedium schon mal aus. Die Festplatte und der Gehäuselüfter arbeiten in einem gerade noch wohnzimmertauglichen Lautstärkerahmen.
Das Bedienkonzept ist recht simpel gestrickt und in diversen Sprachen auswählbar. Mann oder Frau hangelt sich mit einer Kreuztaste und Enter durch die Menüs. Leider ist die bei-liegende Anleitung keine echte Hilfe. So lassen sich die Timer nicht vernünftig einstellen. Manchmal zeichnet der Rekorder auf und manchmal nicht. Die Ursache für diesen Bug konnte ich noch nicht finden. Ein weitaus schwerwiegender Bug betrifft ebenfalls die Timersteuerung. Der Rekorder lässt sich nicht kpl. ausschalten und läuft mit Festplatte und/oder DVD bis zur programmierten Einschaltzeit weiter. Dabei wird die Scartbuchse mit dem daran angeschlossenen Zuspielgerät (SAT- Receiver) deaktiviert. Sie sind zweimal gestraft durch starke Laufgeräusche während der „Standbyzeit“ und Sie können in dieser Zeit auch kein Programm via SAT sehen (Scartbuchse wird bis zur Einschaltzeit deaktiviert). Ein weiteres Indiz für einen reinen Antennen/Kabelrekorder…
Videoschnitt nur "von hinten"
Laut Anleitung ist Videoschnitt und das Löschen von Passagen (Werbung) möglich. Nur so wie beschrieben sind die Dateien nach dem Schnitt nicht mehr abspielbar und für immer verloren. Videoschnitt ist lediglich von „hinten“ also dem Ende das Films nach „vorne“ zum Anfang möglich. Dabei wird weitestgehend „blind“ geschnitten und gelöscht, da die geschnittenen Passagen nicht mehr abgespielt (Steuerdatei dürfte danach defekt sein) werden können. Mann oder Frau muss sich die jeweiligen Laufzeiten der zu löschenden Passagen notieren und im Nachgang z.B. über den „Browser“ einzeln manuell löschen.
Mit etwas Glück hat man wirklich nur diese „gelöscht“ und kann nun von „vorne“ nach „hinten“ die verbliebenen Passagen wieder (im Blindflug) zusammenzufügen. Ohne vorherige Sicherungskopie auf DVD (Laufzeit beachten) würde ich dies allerdings niemandem empfehlen. Die Chancen einen lauffähigen Schnitt hinzubekommen stehen nicht gut, da es hier keine „Rückgängigfunktion“ wie beim PC gibt. Geschnitten ist geschnitten und gelöscht ist gelöscht und somit unwiederbringlich weg…
Ein weiterer Bug trifft einen immer dann, wenn der Rekorder arbeiten muss um z.B. um eine DVD zu formatieren. In dieser Zeit können Sie lediglich in einem kleinen Fenster das laufende Programm verfolgen. Eine Formatierung dauert lediglich eine knappe Stunde (!) in der Sie die laufende Sendung in einem kleinen Fenster notgedrungen betrachten müssen.
Hier sitzen Sie wirklich in der „zweiten Reihe“…
(siehe hierzu den Screenshoot (oben): Rechtes kleine Fenster ist das TV-Programm)
Diese „Schwachpunkte“ konnte ich in nur 4 Stunden feststellen und da fragt man sich nach der Endkontrolle der Taiwanesen. Scheinbar sind auch hier die Käufer die „Betatester“!
Fazit: Wer diese Kiste lediglich als VHS-Ersatz benötigt und überwiegend auf Festplatte aufzeichnet, nicht schneiden und gelegentlich mal eine DVD abspielen/kopieren möchte kann den Liteon durchaus in Betracht ziehen. Als VHF/UHF oder Kabelempfänger (leider schlechter Tuner) ist er wohl noch besser geeignet als in Kombination mit einem SAT-Receiver. Spätestens wenn Sie öfters den Timer benutzen werden Sie den Liteon verfluchen. In der Regel zeichnet er von 10 Sendungen gerade 3 auf. Einzig der eingebaute „Easy Guider“ (Quicktimer) arbeitet recht zuverlässig. Anders als üblich wird hier nur die Startzeit im Uhrzeitformat (20:15 Uhr) eingegeben und die Stoppzeit entspricht der Filmlänge.
(z.B. 1 Stunde und 30 Minuten)
Die Bildqualität in den beiden besten Qualitätsstufen HQ/SP und im Longplaymodus (max. Qualität entspricht der einer analogen VHS-LP Aufnahme) entsprechen dem aktueller Geräte der (teureren) Konkurrenz und geht in Ordnung. Die üblichen Artefakte bei schnellen Bewegungen oder auch gleichförmigen Flächen sind in allen Betriebsarten feststellbar. Bei diesen geringen Datenraten und Mehrfachumwandlungen auch kein Wunder. Hier sind Rekorder, welche den direkten Senderdatenstrom (DVB-S + HDD/DVD) aufzeichnen klar im Vorteil.
Die Laufgeräusche incl. Gehäuselüfter liegen für die Festplatte gerade noch im erträglichen Bereich. Das DVD-Laufwerk ist allerdings entschieden zu laut und erinnert an die Turbine eines startenden Helikopters.
Sollten die Taiwanesen dies mit einer besseren Software/Firmware in den Griff bekommen und eine PC-Schnittstelle hinzufügen wäre dies ein echtes Topgerät zu einem „bezahlbaren“ Preis.
Service: Die Hotline für Deutschland war in den letzten 8 Tagen zu keiner Zeit erreichbar.
Eine weitere Kontaktmöglichkeit ist in den Niederlanden oder per Mail in Taiwan/USA!
Garantie: 2 jähriger vor Ort Service
Eine Auflistung der kpl. techn. Daten können Sie unter: http://www.liteonit.com einsehen.
PS) Auf Grund der schlechten Dokumentation und der mir zur Verfügung stehenden Unterlagen ist es durchaus möglich, dass einige bemängelte Dinge durchaus besser funktionieren können.
Das 1te Patch ist seit
Donnerstag 18.11.2004 bei Liteon verfügbar.
Autor: Klaus Fuchs im Oktober 2004
Vor
einigen Tagen kam die CD (ca. 4 MB) mit der aktuellen Firmware (Version 191) für
den Liteon. Probleme
mit den Timern, Standby und Systemabsturz z.B. beim
Finalisieren einer DVD treten nur noch gelegentlich auf. Dies kann allerdings an
eigenem „Unvermögen“ und an den verwendeten „DVD - Rohlingen“ liegen.
Schneiden (Trennen und Verbinden) funktioniert jetzt reibungslos.
Nun
kann der Film auch von Vorne nach Hinten geschnitten und die abgetrennten Teile
sind weiterhin lauffähig. Dies erleichtert das spätere Löschen/Verbinden von
Passagen erheblich. Die DVD - Laufgeräusche zu Beginn sind weiterhin unverändert
laut. Kauf DVDs laufen etwas ruhiger, dies ist
zumindest mein subjektiver Eindruck.
Weiterhin
ist der Liteon „gesperrt“ wenn er arbeiten muss
um z.B. eine DVD zu finalisieren, also keine Filmwiedergabe in dieser Zeit möglich.
Weiterverarbeitung
der MPEG-Dateien (VOB) am PC ist mir allerdings bis heute nicht geglückt.
Vielleicht
hat einer der „Leser“ hier einen Tip!
Zumindest
lassen sich die Dateien mit Neros „Show Time 2“
abspielen.
Klaus
Fuchs, 26.11.2004

Folgende
Verbesserungen zur Vorversion sollen erfolgt sein:
Version
185 --> Version 191
1.
fix: long time record
problem in file system layer.
2.
modify: new file system organization.
3.
fix: play -VR and then play files in HDD, playback is
not activated.
4.
modify: make progress bar more smooth in editor.
5.
fix: stop background formatting.
6.
fix: disc made by SONY has playback problem.
7.
fix: play angle 2, rewind to head of title, jump to
angle 1.
8.
modify: disable auto-pause in recording mode when
signal is lost.
9.
fix: play corrupted MP3 files and then open browser,
system hang.
10.
fix: timeshift and no
signal input, OSD error.
11.
fix: graphic library error when width or height is
less than 0.
12.
modify: don't play file with length less than 1
second.
13.
modify: wait more time when updating firmware to
specific loader.
14.
enhance: fine tune performance in file system for
HDD.
15.
fix: MP3 file length > 10 minutes, search error.
16.
fix: mute/unmute when in
fine tune in seutp.
17.
modify: retry macrovision
signal.
18.
enhance:
19.
enhance: set timeout when waiting device ready.
20.
fix: can not start timeshift
again when previous timeshift reaches 3hr.
21.
fix: sometimes open picture control panel while
playing JPEG, system hang.
Lesertipp:
Eine Info für das Verarbeiten der Files: Ziehe Dir die Files mit DVD-decrypter auf Platte; danach kannst Du Sie mit TMPEG oder AutoGK weiterverarbeiten - bei mir klappt das :-) (beides freeware) Von: hp48 per E-Mail (6.12.2004)
Zunächst einmal Gratulation für den Testbericht! Er ist sehr umfassend und leicht verständlich geschrieben, also auch von mir als absoluter Laie gut nachzuvollziehen.
Vielleicht hätte ich diesen Test VOR dem Kauf des Recorders lesen sollen.... Ich habe heute beschriebenes Gerät gekauft und schon beim Anschluss Probleme
(bereits im Laden fiel mir auf, dass das Gerät nur "analoge Antennenbuchsen" hat).Ich weiß nun gar nicht, wie ich das Gerät an meine digitale Satschüssel bzw.
den digitalen Satreceiver in meinem Loewe Fernseher anschließen soll und lasse es deshalb eingepackt. (Ich wollte es mir selbst zu Weihnachten schenken, das war wohl nix?) In der Anleitung wird der Anschluss an eine digitale Sat-Schüssel nicht, bzw. völlig unverständlich beschrieben.Ohne Ihre wohlverdienten Weihnachtsfeiertage stören zu wollen, würde ich mich natürlich dennoch über einen "Anschlusstipp" freuen.
Im Grunde vertraue ich jedoch auch auf Ihr Urteil, dass man mit dem Liteon nicht wirklich seine Freude hat. Auch mit verbesserter Firmware nicht, und werde es wahrscheinlich wieder zurückgeben.Gibt es ein Gerät dieser Art, welches Sie wirklich empfehlen können?
Oliver WallauAntwort von Klaus Fuchs:
Wie bereits in meinem Bericht geschrieben ist der Liteon kein schlechtes Gerät, allerdings nur mit gewissen Einschränkungen als Kaufempfehlung zu geben. Wir diese Kiste im Kabelnetz betreibt und überwiegend die "dicke" Festplatte nutzt und das Aufgenommene auf DVD brennt erhält für 400 Euro viel Gerät. In Verbindung mit einer SAT-Anlage, ob nun Analog oder Digital gibt es mit diesen Geräten, egal von welchem Hersteller Sie Ihn beziehen Probleme. Die Geräte verfügen meist über zu wenige Skartbuchsen die in beide Richtungen funktionieren.Haben Sie zusätzlich noch einen "Premieredekoder" für Pay TV wird’s noch aufwendiger. Hier benötigen Sie ein Videoumschaltpult mit Fernbedienung,
um alles vernünftig zu verkabeln. Probleme gibt’s hier mit den Geräteschaltspannungen und teilweise deaktivierter Durchschleifung im Standbyebetrieb.Nun zu Ihrem konkreten Problem: Der Liteon verfügt auf der Rückseite über 2 Skartbuchsen.
1ne ist für den sog. Dekoderbetrieb, in Ihrem Fall den SAT-Receiver gedacht. Die 2te Buchse funktioniert in beide Richtungen (Aufnahme und Wiedergabe) und ist in Ihrem Fall für den TV-Anschluss gedacht. Alternativ können Sie mit etwas geringerer Bildqualität auch die Cynchbuchse auf der Frontseite für die SAT-Receiver benutzen. Dies würde ich allerdings nicht empfehlen, da Sie den Liteon zur SAT-Wiedergabe immer anlassen müssen. Diese Buchse erkennt keine Schaltspannung zum Durchschleifen des Signals... Auch kann es Probleme mit VPS und anderen Timerhilfen im SAT-Betrieb kommen.Oft hilft nur die alte Methode die Start/Stoppzeiten von Hand einzugeben... Ferner möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es für SAT-Empfang spezielle
Festplattenrekorder gibt. Leider z.Z. ohne DVD-Laufwerk... Klaus Fuchs
Wie immer bei solchen Aktionen auf eigenes Risiko. Auf keinen Fall darf während des Vorgangs der Strom ausfallen oder sonstige Eingaben am Gerät erfolgen...
1) Datei runterladen (evtl. entpacken falls als ZIP-File geladen)
2) Danach mit Brennprogramm als Daten CD brennen (keine CD-RW verwenden)
3) DVD-Rekorder einschalten
4) Die soeben gebrannte CD einlegen, Abfrage mit "OK/Enter" bestätigen
5) Danach dauert es eine Weile, bis das Patch aufgespielt ist
6) Nach Beendigung der Installation öffnet die Schublade automatisch
7) CD entnehmen
8) DVD-Rekorder ausschalten und "neustarten"
(Klaus Fuchs)