Wenn Sie in den letzten
Wochen die Restpostenkataloge der großen Elektronikversandhäuser und die Wühltischangebote
der Lebensmitteldiscounter beobachteten, sind Ihnen auch bestimmt diese beiden
Analogempfänger aufgefallen. Preislich lagen/liegen diese um die 10 bis 15
Euro...
Beginnen möchte ich mit dem WR-A70 der über 10 gespreizte Kurzwellenbänder, Mittelwelle und gleich drei (3) UKW-Bänder verfügt. Über einen Bandwahlschalter und zusätzliche AM/FM-Umschaltung werden die Bereiche ausgewählt. Die Abstimmung ist analog über einen Drehknopf und Skala. Die Lautstärke kann variabel eingestellt und zusätzlich über eine einstufige (Hell/Dunkel) Tonblende angepasst werden. Die Teleskopantenne ist um 360 Grad drehbar, eine Kopfhörer- und Netzteilbuchse ist vorhanden. Auf der Geräterückseite befindet sich eine ausklappbare Stütze. Betrieben wird der Empfänger mit 3 Mignonzellen. Abmessungen: ca. 170 x 100 x 35mm.

Empfangsleistung:
Auf Mittel- und Kurzwelle
lassen sich lediglich die Ortssender und Kilowattgiganten empfangen.
Die wenigen empfangbaren
Sender ziehen sich teilweise über die halbe Skalenbreite. Trennschärfe,
Empfindlichkeit und Großsignalfestigkeit sind dem Empfänger ein Fremdwort.
Folgende Kurzwellenbänder sind theoretisch empfangbar: 13, 16, 19, 21, 25, 31,
41, 49, 60 und 75mB.
Das UKW-Teil ist wie bereits
erwähnt in drei (3) Bereiche unterteilt beginnend bei 64 – 88 MHz,
88 – 108 MHz und 174 –
223 MHz. Erstgenannter (BOS und Ostblock UKW) und letzterer Bereich (VHF -TV) können
Sie komplett vergessen. Außer Rundfunkeinstrahlungen aus dem Bereich 88 – 108
MHz werden Sie dort kaum etwas hören. Selbst im normalen UKW-Bereich ist die
Anzeige-genauigkeit so schlecht, dass sich Rocklandradio 87,6 MHz erst bei ca.
95 MHz findet. Die restlichen Sender teilen sich den Rest der Skala bis 106
(nicht 108) MHz...
Trennschärfe und
Empfindlichkeit reichen auch hier nur für die stärkeren Sender aus.
Fazit: Der WR-A70 taugt lediglich als Ersatzteilträger (Drehkondenstor, Filter, Ferritantenne, Teleskopantenne, Lautsprecher, ICs, Schalter etc.) für Eigenbauprojekte...
Nächster Kandidat ist der PS-831
der 9 gespreizte Kurzwellenbänder, Mittelwelle und UKW empfängt. Über einen
Bandwahlschalter und zusätzliche AM/FM-Umschaltung werden die Bereiche ausgewählt.
Die Abstimmung geschieht wie beim WR-A70 analog über einen Drehknopf und Skala.
Die Lautstärke kann lediglich in 3stufen per Taster eingestellt werden. Die
erste Stufe entspricht in etwa der menschlichen Hörschwelle, die zweite
entspricht etwa Zimmerlautstärke und die dritte Stufe führt zu „kopfschmerzen“.
Die Teleskopantenne ist um 360 Grad drehbar, eine Kopfhörer- und
Netzteilbuchse ist vorhanden. Auf der Geräterückseite befindet sich ebenfalls
eine ausklappbare Stütze. Betrieben wird der Empfänger mit 3 Mignonzellen.
Abmessungen: ca. 170 x 100 x 35mm
Auf Mittelwelle lassen sich
schon mehr Sender empfangen als mit dem WR-A70. Das Rauschen ist dennoch
unangenehm hoch und die Trennschärfe liegt jenseits der 15 kHz Marke. Im
Kurzwellen-bereich sind die Kilowattgiganten wie BBC, Deutsche Welle aber auch
der schwächere Südwest-rundfunk hörbar. Trennschärfe und Empfindlichkeit
sind gerade noch brauchbar. Starke Sender können sich auch hier schon mal über
die halbe Skalenbreite ziehen. Ablesegenauigkeit der Skala mangelhaft. So findet
sich die Deutsche Welle nominell auf 6.075 kHz erst bei 6.180 kHz ein...
Folgende Kurzwellenbänder
sind theoretisch empfangbar: 13, 16, 19, 22, 25, 31, 41, 49 und 75mB.
Das UKW-Teil beginnt bei 64
und endet bei 108 MHz. Den unteren Bereich (64-88 MHz) können Sie auch hier
komplett vergessen. Außer Rundfunkeinstrahlungen aus dem UKW-Bereich (88 –
108 MHz) werden Sie dort kaum etwas hören. Die Anzeigegenauigkeit ist hier
recht ordentlich, allerdings auf lediglich 20mm Restskalenbreite beschränkt.
Trennschärfe und Empfindlichkeit sind sogar recht ordentlich. Selbst Radio Salü
auf 101,7 konnte ich schwach empfangen!
Fazit:
Empfindlichkeit und Trennschärfe in allen Bereichen besser als beim WR-A70.
Dennoch ist nur das UKW-Teil ernsthaft nutzbar. Durch die unpraktische Lautstärkeregelung
in nur drei (3) Stufen macht das Hören wenig Spass. Entweder ist es zu leise
oder Mann/Frau ist kurz vor einem Hörsturz!
Meine Meinung zu beiden Empfängern: Finger weg davon und lieber mit jemandem Netten auf ein Bier oder Eis gehen...

Eingesandt von unserem Leser Klaus Fuchs, im April 2004