Erfahrungen mit einem „Sonderposten“-Empfänger von Pollin, der dem Sony-Radio
ICF-SW12  verteufelt ähnlich sieht

Ein Radio, bei dem nur die Uhr geht


Sony Werksfoto - rechts: Pollin-Angebot

Das Pollin-Radio in geöffnetem Zustand: Platinen-
oberseite (links) und -unterseite

Beim Durchblättern der aktuellen Pollin Sonderliste 1/2007 entdeckte ich unter der Best.-Nr. 630177 einen kleinen "11 Band-Weltempfänger", der dem seit vielen Jahren angebotenen und weit verbreiteten Sony ICF-SW12 im Laptopdesign (ca. 90 €) zum Verwechseln ähnlich sieht. Kurzerhand habe ich zwei dieser Empfänger zum Schnäppchenpreis von 9,95 Euro bestellt. Am 15. Januar war das Gerät allerdings im Internet schon nicht mehr gelistet.

Laut Blisterverpackung wurden die Geräte für eine Firma in den Niederlanden produziert und sehen auf den ersten Blick dem Original sehr ähnlich. Lediglich das Sony-Logo fehlt… Schaut man sich das Gerät allerdings näher an, fallen einem vor allem das schlecht verarbeitete Gehäuse und weitere Kleinigkeiten auf.

Empfangsleistung
Der erste Empfänger rauschte auf der Mittelwelle lediglich. Sender waren nicht empfangbar. Auf Kurzwelle waren nur wenige Sender hörbar, die sich dann oft über die komplette Skala empfangen ließen. Trennschärfe und Großsignalfestigkeit sind diesem Gerät ein Fremdwort.  Trotz neun (9) gespreizter Kurzwellenbänder war die Anzeigegenauigkeit der Skala „unter aller Sau“. So fand sich z.B. Radio Nederland, das auf 5.955 kHz sendet, erst bei ca. 6.200 kHz wieder. Auf UKW konnten ebenfalls nur die stärkeren Sender mit teilweise starken Verzerrungen gehört werden.

Da ich zwei dieser „Clone“ orderte, wollte ich natürlich wissen ob der andere besser funktioniert! Auf Mittelwelle waren „oh Wunder“ mehrere Sender bei mittlerem bis starkem Hintergrundrauschen empfangbar. Auf Kurzwelle das gleiche Bild wie beim ersten Gerät. Die Anzeigegenauigkeit der Skala war hier etwas besser. Besagtes Radio Nederland fand sich schon bei ca. 6.000 kHz wieder. Das UKW-Teil war allerdings noch schlechter.

Weitere Funktionen
Wie das Original, so verfügt auch der „Clone“ über eine Digitaluhr mit Weck- und Snoozefunktion. Eine Weltzeitanzeige für 40 Orte sowie eine Umschaltung von Sommer- auf Winterzeit ist ebenfalls möglich. Die Uhrfunktionen lassen sich „sperren“, um versehentliches Verstellen zu verhindern. Über eine auf der linken Gehäuseseite angebrachte Klinkenbuchse kann ein Stereokopfhörer (Mono) angeschlossen werden.

Abschließende Beurteilung
Lediglich die Uhr mit Weckfunktion und Beleuchtung kann sinnvoll genutzt werden. Auf keinem der empfangbaren Wellenbereiche ist hingegen vernünftiges Hören möglich. Auch das Original ist gemessen am immer noch stolzen Preis von ca. 90 Euro nicht unbedingt ein Kaufempfehlung.

 

Platine des Pollin-Modells

Auf einen Blick

Getestet: Radio mit Radiowecker aus dem Sonderpostenheft 1/2007 von Pollin
Reiseempfänger im Laptopdesign
UKW 87,5–108 MHz
MW 530–1.605 kHz
KW 4,7–21,75 MHz (9 gespreizte Teilbänder)
Ferrit- und Teleskopantenne
Kopfhörerbuchse 3,5 mm Stereo (Mono)
Uhr mit Wecker/Snooze, Beleuchtung und Anleitung
Stromversorgung: fürs Radio 2 x UM3/AA (Mignon); für die Uhr: 1 x CR2025
Abmessungen: ca. 113 x 90 x 32mm
Bezug: www.pollin.de, Best.-Nr. 630177, Preis: 9,95 €

Klaus Fuchs im Januar 2007

Originalauszug aus der Sonderpostenliste 1/2007: Das wären ja gleich 
elf Stück "Band-Empfänger", also gar keine Radios! Aber was dann?

 

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