Und es ging ein Licht auf ...
Nachdem der Empfänger längere
Zeit unbenutzt in der Schublade lag hatte sich der interne Akku natürlich
entladen. Daher baute ich den Akku aus um ihn mit einem geeigneten Ladegerät
vorher auf Funktion zu prüfen und nachzuladen.
Der Spieltrieb in mir wollte allerdings wissen ob sich auch ohne Akku, also mit „Kurbelbetrieb“ das Radio und die Beleuchtung nutzen lassen. Im Prinzip ja, praktisch nein. Radioempfang war durch starkes „prasseln“ gekennzeichnet und die Glühlampe brannte (Spannungsspitzen des Generators) nach kurzer Zeit durch. Hätte ich mir eigentlich vorher denken können…
Eine Ersatzbeschaffung des Leuchtmittels sollte sich allerdings als problematisch herausstellen und so bot sich die schon seit längerem geplante Beleuchtungsmodifikation auf LED an.
Kurzanleitung zum Umbau:
Zuerst Batterien und Akkupack entnehmen, danach mit einer kleinen Münze (Schlitz => Coin Open) vorsichtig die eingebaute Leuchte öffnen und den Leuchtensockel vom Rest der Leuchte trennen. Dazu ist etwas Fingerspitzengefühl erforderlich um das Teil nicht zu zerstören. Die Erbauer dachten wohl nicht daran, dass das Beleuchtungsmittel jemals defekt geht. Um die Birne auszuwechseln, müssen deren Anschlussdrähte „gerade“ gebogen werden. Danach kann diese nach vorne herausgezogen werden. Am Sockel liegt bei eingeschaltetem „Flash Light“ eine Gleichspannung zwischen 3,6 und 4,8 Volt vom Akku- bzw. Batteriepack an. Der weise Draht ist dabei Plus und der schwarze ist der Minuspol. Im Zweifel mit einem Multimeter vorher prüfen. Die Öffnung des verspiegelten Reflektors beträgt ca. 3mm und ist somit ideal geeignet für eine superhelle 3mm LED. Auch die Bohrungen im Sockel passen oh Wunder für die Beinchen der LED. Diese wird Polungsrichtig (langes Bein der LED ist der Pluspol und führt zum weisen Draht) in den Sockel eingeführt. Den richtigen Abstand zwischen Sockel und Reflektor erhalten Sie ganz einfach, indem Sie den Reflektor vorsichtig auf den Sockel schieben. Dadurch drücken Sie die LED genau soweit in den Sockel wie nötig! Die rückseitig überstehenden Drahtenden der LED-Beinchen auf ca. 5mm abknipsen und umbiegen, damit die LED nicht nach vorne herausfallen kann. Danach wird der schwarze Draht durchtrennt und ein passender Vorwiderstand eingelötet damit die LED nicht zerstört wird. Die Lötstellen mit Isolierband oder Schrumpfschlauch gegen Kurzschluss sichern. Danach einen Funktionstest durchführen und wenn die LED leuchtet (nicht direkt in die LED hineinschauen kann zu Netzhautverbrennung führen) vorsichtig wieder alles zusammen bauen…
Da sich die Daten der am Markt befindlichen LEDs stark unterscheiden, kann an dieser Stelle leider keine allgemeingültige Bauteilaufstellung erfolgen.
Nach folgender Formel lässt sich für geeignete LEDs der notwendige Vorwiderstand errechnen.
Betriebsspannung minus Verlustspannung UF der LED geteilt durch den Betriebsstrom IF der LED
Beispiel:
Reichelt LED 3mm (LED 3-2000 BL)
UF = 3,3 Volt
UI = 0,020 Amp.
Spannung am Sockel der Leuchte ca. 4,8 Volt bei
Batteriebetrieb (3,8 Volt bei Akkubetrieb)
4,8 – 3,3 / 0,020 = 75 Ohm Vorwiderstand
Abschließende
Beurteilung:
Gegenüber der Glühbirne verringert sich die Leuchtkraft je nach verwendeter
LED erheblich.
Der Stromverbrauch ist geringer was sich positiv auf die Leuchtdauer auswirkt. Als reines Notlicht reicht sogar die verwendete blaue LED mit lediglich 2000mcd Leuchtkraft. Der von mir verwendete Vorwiderstand war sogar noch etwas größer um die LED gegen evtl. auftretende Spannungsspitzen zu sichern. Nachteilig wirkt sich ein Mixbetrieb von internem Akku der lediglich 3,8 Volt abgibt (25 Ohm Vorwiderstand) und reinem Batteriebetrieb mit ca. 4,8 Volt was einen Vorwiderstand von 75 Ohm voraussetzt der auch primär verwendet werden sollte.
Alternativ kann eine Z-Diode (parallel zur Stromquelle) mit Vorwiderstand verbaut werden um die Spannung für die LED zu begrenzen!
Umbau daher auf eigene Gefahr
Bauteileübersicht
Blue Light
Detail 1: Belauchtungssockel
Detail 2: Vorwiderstand
Grundschaltung: LED mit Vorwiderstand
Z-Diode
Schaltplan_G88_Quelle Conrad Elektronik
Zerlegter Sockel
Der in den Bildern gezeigte Widerstand hatte zu Testzwecken lediglich 22 Ohm!
Nachtrag: Im aktuellen
Reicheltkatalog habe ich eine Lampe gefunden die passen könnte:
=> Subminiaturlampe BI-PIN T1 mit 5 Volt/60mA (L2101-051 für € 1,30)
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